Verkaufen und kleiner wohnen
Der klassische Weg. Der Erlös ist frei verfügbar, es gibt keine Verwaltungsaufgaben mehr, die neue Wohnung passt zum jetzigen Leben – ebenerdig, mit Aufzug, nah am Kiez. In Prenzlauer Berg ist die Nachfrage nach großen Altbauwohnungen von jungen Familien hoch; genau die Wohnungen, aus denen ältere Eigentümer ausziehen möchten, sind die begehrtesten.
Vermieten und selbst mieten
Wer die Wohnung behalten und trotzdem umziehen will, kann vermieten. Die Miete finanziert die neue Wohnung, das Eigentum bleibt in der Familie. Bedenken Sie: Vermieten ist Arbeit – Mieterwechsel, Reparaturen, Betriebskostenabrechnungen, Hausgeldbeschlüsse. Und die Mietpreisbremse begrenzt in Berlin, was Sie verlangen dürfen. Für viele lohnt es sich nur, wenn ein Kind die Verwaltung übernimmt.
Verkaufen mit Wohnrecht oder Nießbrauch
Sie verkaufen, bleiben aber wohnen – lebenslang oder für eine feste Zeit. Der Käufer zahlt entsprechend weniger; der Abschlag richtet sich nach Ihrem Alter und der Dauer. Interessant ist das Modell vor allem, wenn ein Käufer aus dem Umfeld die Wohnung langfristig sichern will. Am freien Markt ist der Käuferkreis klein und der Preisabschlag hoch.
Übertragen an die Kinder
Die Schenkung zu Lebzeiten nutzt die Freibeträge (400.000 € pro Kind, alle zehn Jahre neu) und lässt sich mit einem Nießbrauch für die Eltern verbinden: Sie wohnen weiter oder kassieren die Miete, die Kinder sind Eigentümer. Wichtig sind Rückforderungsrechte im Vertrag – etwa für den Fall, dass ein Kind vor Ihnen stirbt, insolvent wird oder sich scheiden lässt. Und: Wer später Pflegeleistungen vom Sozialamt braucht, muss damit rechnen, dass Schenkungen der letzten zehn Jahre zurückgefordert werden.
Teilverkauf und Leibrente – Vorsicht
Anbieter von „Teilverkauf“ kaufen 20 bis 50 % Ihrer Immobilie und verlangen dafür ein monatliches Nutzungsentgelt, dazu beim späteren Gesamtverkauf ein Durchführungsentgelt und oft eine Mindesterlösgarantie zu ihren Gunsten. Verbraucherzentralen und die Finanzaufsicht warnen seit Jahren: In fast allen Fällen ist ein normaler Verkauf oder ein Kredit auf die Immobilie günstiger. Wir raten davon ab und rechnen es Ihnen gern vor.