Eine leere Wohnung kauft, wer einziehen will. Eine vermietete Wohnung kauft, wer rechnen will. Das sind zwei verschiedene Märkte mit zwei verschiedenen Preisen – und der Unterschied ist in Berlin größer als fast überall sonst in Deutschland.
Der Grund ist der Mieterschutz: Wer eine vermietete Wohnung kauft, übernimmt den Mietvertrag mit allen Bedingungen („Kauf bricht nicht Miete“). Eigenbedarfskündigungen sind möglich, aber bei umgewandelten Wohnungen in Berlin erst nach einer Sperrfrist von zehn Jahren, und die Miete lässt sich nur im Rahmen von Mietspiegel und Kappungsgrenze anpassen. Ein Anleger zahlt deshalb nicht für die Wohnung, sondern für den Zahlungsstrom, den sie erzeugt.
In der Praxis liegt der Preis einer vermieteten Wohnung in Prenzlauer Berg 20 bis 35 % unter dem einer vergleichbaren leeren – je niedriger die Miete und je älter der Vertrag, desto höher der Abschlag. Bei einer Miete nahe der Marktmiete und einem jungen, gut ausgehandelten Vertrag schrumpft er auf 10 bis 15 %.